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15 Jahre ITscope, 15 Jahre Channel

ITscope2006
v.l.n.r.: Benjamin Mund, Stefan Reger und Alexander Münkel 2006

15 Jahre ITscope… eine lange Zeit, und Gelegenheit, einmal zurückzublicken. Auf die eigene Veränderung, aber auch auf die Herausforderungen und Innovationen in der Branche. Wir möchten Ihnen — unseren Kunden, Partnern und Wegbegleitern — für 15 spannende Jahre danken, und an die wichtigsten Meilensteine des Channels erinnern, an die Umbrüche bei ITscope — und einen Ausblick auf die Zukunft unserer Plattform geben.

Im Jahrhundertsommer 2003 fing alles an: Im Bruchsaler Freibad schmiedeten wir — Alexander Münkel, Benjamin Mund und Stefan Reger — die Pläne für ein Unternehmen, das die ITK-Branche nachhaltig prägen sollte: ITscope war geboren und nahm Anfang November im badischen Karlsdorf-Neuthard den Geschäftsbetrieb auf.

StefanReger
Stefan Reger, Mitgründer von ITscope

Davor hatten wir mit dem TFT-Shop Panelty.de schon einige Erfahrungen im B2B-Handel gesammelt und ein großes Problem gesehen, das endlich mit Software und Technologie gelöst werden musste:

“Damals hatten Preislisten die chaotischsten Formate, und wurden teilweise sogar noch per Fax von der Distribution verschickt. Benjamin Mund und ich studierten damals Informationswirtschaft und dachten: Das muss auch einfacher gehen!”

 

Die wenigsten werden noch unser erstes Tool kennen: Ja, es gab 2005 tatsächlich eine Version 1.0 des ITscope MarketViewers 😉. Damals verschickten wir sogar CDs mit einer 200MB Datenbank aus 200.000 Produkten von 119 Lieferanten. Und so sah er aus:

MV
Der ITscope MarketViewer wurde 2005 in Zeiten von ISDN teilweise noch per CD verschickt

Cooler Marketing-Schachzug? Oder das Ende von ITscope?

ChannelPartnerTitelseie
Quelle: ChannelPartner 45/2005

So richtig rund ging es bei uns als Ende 2005 Alexander Roth von der ChannelPartner auf uns aufmerksam wurde. Zwar hatten wir kurz miteinander gesprochen, jedoch weder mit der Schlagzeile, noch mit der Lawine gerechnet, die nach dem folgendem Artikel über uns hereinbrach:

Eine Woche später hatten wir 250 neue Registrierungen, aber leider auch ein paar Abmahnungen im Briefkasten. 😱

AlexanderMünkel
Alexander Münkel, Mitgründer von ITscope

“Zwei Lieferanten wurden kurzzeitig aus dem MarketViewer entfernt. Nachdem wir klarstellten, dass wir individuellen Preise schon immer streng vertraulich behandeln und nur den jeweiligen Händlern anzeigen, legte sich die Aufregung schnell wieder. Einige gratulierten uns noch zum gelungenen Marketingeinstand — und wir konnten unsere Vision weiter vorantreiben.”

“Geiz ist geil” bedrohte den Channel

Die Preistransparenz-Bewegung — man denke an die “Geiz ist Geil”-Kampagne von 2002 — lag damals im B2C voll im Trend. Umso schwieriger wurde es für die Fachhändler, sich bei immer engeren Margen zu behaupten.

BenjaminMund
Benjamin Mund, Mitgründer von ITscope

Service nur über die Hardware-Marge zu finanzieren, das ging einfach nicht mehr. Schon von Anfang an hatten wir bei ITscope daher zwei Ziele:
Erstens mehr Marge für unsere Reseller durch bessere Einkaufsmöglichkeiten und zweitens mehr Zeit für die Kundenpflege durch Automatisierung.

So bauten wir ab 2007 Export- und API-Funktionen, z. B. für die Produktanlage im ERP, und integrierten Contentdaten sowohl von CNET als auch von Icecat. 2008 gab es dann die ersten offiziellen Schnittstellen zu Channel-ERPs wie Mention und c-entron. Heute sind 15 ERP-Systeme verbunden.

Der MarketViewer 3 — und andere Sackgassen

Warum fallen wir? Damit wir lernen können, uns wieder aufzurappeln… 😉

Es war schon eine coole Zeit, 2009. Vor allem auf der CeBIT. Wir stellten den its.shop vor und auch den MarketViewer 3. Leider waren die Plattformen, auf die das Ganze aufbaute, nicht nachhaltig. So mußten wir uns in der Folge sowohl vom MarketViewer 3, als auch vom its.shop leider wieder verabschieden.

CeBIT2009
Links: Reges Interesse für Shoplösungen auf der CeBIT 2009, rechts: Stefan Reger mit dem MarketViewer 3, am Aufbautag der CEBIT

Sprung in die Cloud, EDI für den Channel

ITscope.com Plattform 2012
ITscope.com Beta-Screenshot aus 2012

2011 standen wir dann am Scheideweg: Weiterwursteln oder neue Wege beschreiten? Wir machten einen klaren Schnitt und trennten uns von unserem langjährigen Investor, der DCI AG. Das kostete Kraft, doch wir konnten auf ein Netzwerk aus juristischer und wirtschaftlicher Beratung zurückgreifen, das uns durch diese schwierige Zeit begleitet hat. Heute sind wir stolz darauf, wieder ein gründerfinanziertes und inhabergeführtes Unternehmen zu sein!

Technisch wagten wir 2012 mit einer von Grund auf neu entwickelten, rein browserbasierten Lösung den Sprung weg vom Client — hin zu einer Lösung komplett aus der Cloud!

Mit Vaadin fanden wir ein JAVA-Framework, das für unser Tandem aus leichtgewichtiger Webanwendung und funktionsstarker ReST-API eine tragfähige Basis bildete. Auf dieser bauen wir seither in iterativen Entwicklungsprozessen unsere Handelsplattform Schritt für Schritt weiter aus.

Stillstand war keine Option: 2013 fingen wir an, automatische Bestellprozesse — sogenannte EDI-Anbindungen — zu realisieren. Mittlerweile sind 40 Distributoren, darunter ALSO, api, Ingram Micro, KOMSA und Tech Data, per EDI angeschlossen. Dies bringt immense Vorteile für den Bestellprozess aller Beteiligten: Weniger Kosten, schnelleres Handling, bessere Lieferfähigkeit. Auch hier wollen wir noch kräftig weiterbauen.

Neu: Mit digitalen Lösungen Verkaufs- und Einkaufsprozesse vereinen

In der Digitalisierung des Vertriebs steckt nach wie vor immenses Potential für Systemhäuser. Schon 2016 machten wir mit unseren Live-Angeboten den ersten Schritt: Schluss mit langwierigem Hin- und Hergeschicke von Dokumenten — die Zukunft ist online, digital, direkt und ohne Medienbrüche. Mit unserer B2B Suite möchten wir nun ein neues Kapitel aufschlagen und nach den Beschaffungs- auch die Verkaufsprozesse unserer Kunden in die Cloud holen. In Zusammenarbeit mit einigen von Ihnen — unseren Kunden — haben wir in den letzten Monaten intensiv zusammengearbeitet, um den digitalen Vertrieb ganz neu zu denken: ohne Shopsystem und ohne langwierige Angebotserstellung.

Mit kundenindividuell gestalteten B2B Shops können Systemhäuser ihren Vertrieb radikal digitalisieren.

Konkret schaffen wir mit unseren B2B Shops allen Systemhäusern die Möglichkeit, den eigenen Kunden individuell zusammengestellte Einkaufswelten zu bieten und ihre Bestellungen direkt an die Distribution weiterzuleiten. Erste Kunden setzen die neue Lösung bereits ein.

Gerne überlassen wir an dieser Stelle André Nösse von Nösse Datentechnik das Wort:

“Zusammen mit einem großen Kunden
haben wir überlegt, wie wir die Beschaffung der internen IT für ihn
besser und schneller machen könnten. Dabei ist uns bewusst geworden,
dass die Funktionen, die wir selbst in ITscope nutzen, genau diejenigen
sind, die wir auch unseren Kunden zur Verfügung stellen möchten.”

Auf diese Lösung sind wir besonders stolz: Systemhäuser können ihre B2B-Kunden künftig in einen geschlossenen Bereich einladen, der an Procurementsysteme anschließbar ist und in dem ihre Businesskunden per Klick bestellen können:

“Es ist unglaublich einfach, einen Kundenshop über ITscope aufzusetzen. In wenigen Minuten ist von Sortiment und Lieferantenauswahl über Margenregeln bis hin zur Individualisierung mit Logo und Design unseres Kunden alles verkaufsbereit. Da muss unser Vertrieb niemanden aus der IT bemühen.”

 

Ausblick in die Zukunft…

ITscope-Team im Oktober 2018: Das Unternehmen sucht neue Kollegen für weiteres Wachstum

Wir arbeiten weiter daran, dass die Digitalisierung für SIE funktioniert: mit einfach zu implementierenden, effizienten und praxistauglichen Lösungen für Ihre alltäglichen Herausforderungen. Deshalb möchten wir unsere neue digitale Vertriebslösung schnellstmöglich so vielen Kunden wie möglich zugänglich machen.

Außerdem steht das Thema Internationalisierung weiter auf der Roadmap unseres Unternehmens. Hier haben wir dieses Jahr schon über 40 neue Lieferanten aus ganz Europa integriert. 2019 steht die vollständige Fremdwährungsfähigkeit auf dem Plan. Bis hin zur Bestellung sollen dann in allen Bereichen der Plattform Lieferanten mit unterschiedlichen Währungen problemlos verwendbar sein.

v.l.n.r.: Natalie Stößer, Taha Aktas, Alexander Münkel

Doch auch darüber hinaus bleibt noch viel zu tun für die nächsten 15 Jahre. 😊 Hierzu suchen wir weiterhin nach Mitstreitern, besonders in den Bereichen Java-Entwicklung, Vertrieb und Marketing.
Parallel dazu sind wir kontinuierlich in der Förderung Jugendlicher und in der Ausbildung tätig.

So freut es uns besonders, dass eines unserer Talente, Taha Aktas (23 Jahre alt) seine Ausbildung zum Informatikkaufmann kürzlich als Landesbester abgeschlossen hat. Taha, wir sind stolz auf Dich! 🎉

Quo Vadis, Channel? — Stimmen & Meinungen aus der Branche

Als Ankerpunkt der ITK-Branche stehen wir in regelmäßigem Austausch mit Unternehmen im Channel. Zu unserem 15. Geburtstag haben wir einige langjährige Kunden und Wegbegleiter gefragt: Was bringt die Zukunft? Was bewegt den Channel? Und hier sind die Antworten:

“Während Unternehmen im Enterprise-Sektor noch einige Zeit weiter eigene Rechenzentren betreiben werden, geht der Trend bei den KMUs ganz klar in Richtung Cloud. Auch wird uns im Bereich Server das Thema ‘Big Data’ mit Sicherheit weiterhin beschäftigen. Da unsere Kunden immer größere Datenmengen produzieren und verarbeiten müssen, muss die Infrastruktur ebenfalls mitwachsen.”

— Firat Güney, Geschäftsführer von Happyware Server Europe GmbH

“Die ITK-Branche hat sich in den letzten 15 Jahren stark verändert. Früher eher als ‘Kistenschieber’ gesehen, haben sich Systemhäuser zwischenzeitlich zu ganzheitlichen Dienstleistern gewandelt, die ihren Kunden eine 360°-Betreuung bieten. Auch auf Kundenseite hat sich einiges getan: Unternehmen begreifen IT heutzutage mehr als strategischer Wettbewerbsvorteil und weniger als Kostenblock. Zudem hat sich das Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit Daten deutlich verbessert. Es wird entscheidend für den Erfolg der Branche sein, sich von Insellösungen loszusagen und eine ganzheitliche, integrierte Strategie zu verfolgen.”

— Andreas Schober, Geschäftsführer von aconitas GmbH

“Der Konsolidierungsprozess unter den Systemhäusern wird weiter fortschreiten. Kleinere Systemhäuser werden weiterhin erfolgreich sein, wenn sie sich spezialisieren und auf monatliche Roherträge setzen. Die automatisierte Abrechnung von Cloud-Diensten und Managed-Services mit Systemhaus.One ist heute schon wichtig und wird noch wichtiger werden.”

— Thomas Neumeier, Geschäftsführer von neumeierAG

“Ein Meilenstein der letzten 15 Jahre im Channel war sicherlich die Umstellung auf das Streckengeschäft. Heute sind alle Abläufe viel prozessorientierter und Postenkäufe auf Lager, wie es sie damals gab, spielen heute keine große Rolle mehr. Auch hat sich der Integrationsgedanke stark etabliert, sowohl auf geschäftlicher Ebene als auch auf technologischer. Gerade ITscope hat es uns durch seine Integration in unser ERP ermöglicht, dass Einkauf und Vertrieb optimal zusammenarbeiten können und unsere Geschäftsprozesse dadurch deutlich beschleunigt.”

— André Nösse, Geschäftsführer von Nösse Datentechnik GmbH & Co. KG