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Pressemitteilung: ITscope Marktbarometer Q1/2018


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Apple Watch 3 toppt, Galaxy S9 floppt, Mining-Flaute und DRAM-Preiswende noch kaum spürbar

Das sind die Highlights im ITscope Marktbarometer Q1/2018

  • Neueinsteiger: Konferenz- und Präsentationstechnik gefragt, neue Speichermedien punkten
  • TFT-Monitore: Dell ist nicht mehr allein auf dem Siegertreppchen
  • Tablets: Microsoft wieder vor Apple
  • Prozessoren: 6-Core vor, ältere XEONs auch
  • Drucker: HP bleibt an der Spitze
  • Grafikkarten: Bitcoin-Nachwehen unverkennbar
  • Mainboards: Wie lang hält das Mining-Fieber noch an?
  • Komplettsysteme: Fujitsu ist zurück
  • Mobiltelefone: Floppt Samsungs S9?
  • Notebooks: Preis-Leistung zählt wohl mehr als Innovation
  • Server: HPE-Dominanz mit Lücken
  • Speichermodule: Trendwende bei den DRAM-Preisen noch kaum spürbar
  • Storage-Überraschung: WDs MyCloud Home verdrängt Raidsysteme aus der Top15
  • Wearables: Apple Watch 3 schlägt ein wie eine Bombe

DRAM-Preiswende kaum spürbar, Abflauen des Bitcoin-Fiebers erwartet, Apple Watch 3 geht durch die Decke, Microsoft bleibt Tablet-King. Das und mehr sind Highlights im ITscope Marktbarometer Q1/18.

Karlsruhe, den 08.05.2018 – Der Kurssturz von Bitcoin & Co. hat sich im ersten Quartal bei Mainboards und Grafikkarten noch nicht bemerkbar gemacht. Es ist aber vorherzusehen, dass sich so manche Senkrechtstarts als Strohfeuer erweisen werden, da das Interesse schon merklich zurückgeht. Die erwartete DRAM-Preiswende hat sich Anfang 2018 auch noch nicht so recht manifestiert. Apropos Erwartungen: Richtig große Überraschungen gibt es zwar nicht, doch muss der eine oder andere Premium Hersteller wie HP in den Bereichen Print & Server erleben, dass sich andere Marken ins Top-Ranking mogeln. Auch in der Video- und Präsentationstechnik tauchen neue Player auf: So Optoma mit einem preisgünstigen 3D-fähigen DLP Projektor. Samsungs neues Galaxy S9 enttäuscht, Apple kann mobil verlorenen Boden zumindest hier und da wiedergutmachen, zum Beispiel mit der neuen Apple Watch 3.

Neueinsteiger: Konferenz- und Präsentationstechnik & Speichermedien

Bei den neu gelisteten Produkten gab es im letzten Quartal einige sehr interessante und auch bisweilen sehr hochpreisige Neuerscheinungen:

Speicher & VR: Samsung führt dieses Mal die Neueinsteiger an – allerdings nicht mit dem Galaxy S9, sondern mit der neuen SSD 860 EVO mit 250 GB im Standard Formfaktor. Die SSD ist praktisch durch die Decke geschossen und hat sich mit über 6.000 Klicks direkt nach Markteinführung im Januar mit weitem Abstand Platz 1 gesichert. Einziger Unterschied zur sehr beliebten 850er Serie laut einem Bericht von Heise: 3D-Flash mit 64 statt wie bisher 48 Lagen. Hierdurch werden künftig bis zu 4TB Kapazität möglich, ein Geschwindigkeitszuwachs sei allerdings nicht zu erwarten, da SATA technisch schon ausgereizt sei.

Auf Platz zwei der Neueinsteiger folgt der Virtual-Reality-Adapter Samsung Gear VR in Orchidee-grau mit 963 Klicks, der das Eintauchen in 3D-Welten für Besitzer kompatibler Samsung Smartphones und Tablets möglich macht.

Konferenz- & Präsentationstechnik:

Optoma – sonst eher in der zweiten Reihe hinter Playern wie EPSON und BENQ zu finden – überrascht mit einem sehr gefragten 3D-fähigen DLP Projektor, der mit zwei HDMI Eingängen und 5000lm Helligkeit auftrumpft – Features, die gewöhnlich weit teureren Projektoren der genannten Top-Marken vorbehalten sind. Daneben suchen die Händler verstärkt nach Konferenz-Zubehör, das oftmals nicht billig ist und im Umkehrschluss ein margenträchtiges Geschäft bedeutet.
Unter den Neuerscheinungen finden sich hier Samsung Flip Stand STN-WM55H, ein portables digitales Flipchart auf Rollen sowie das BenQ InstaShow WDC10, Wireless HDMI, 9H.JF878.N4E: Ein Plug & Play-Präsentationssystem für kabelloses Full HD-Streaming in Meetings und Konferenzen. Neueinsteiger ist auch das Cisco Spark Room Kit Plus, CS-KITPLUS-K9, das in Kombination mit einem oder zwei Displays eine gute und kostengünstige Videokonferenz- und Collaboration-Lösung für Gruppen von bis zu 14 Teilnehmern darstellt.

USB-Sticks & Storage: Um wieder auf die Speichermedien zurückzukommen: Zwei USB-Sticks sind hervorzuheben, auch wenn sie in der Händlergunst noch nicht so eingeschlagen haben: Die SanDisk Ultra Fit 128 GB USB 3.1 ist zum Beispiel nur auf Platz 15 bei den Neueinsteigern gelandet, hat sich aber seit Marktstart Mitte Dezember sehr stark entwickelt. Nach einem kleinen Tief Anfang März ist der HEK kurz darauf wieder fast bei 36 Euro angelangt.
Daneben gibt es das erste USB-Flash-Laufwerk im echten Stickformat mit 1 TB Speichervolumen zu bestaunen: der brandneue Corsair Flash Voyager GTX (CMFVYGTX3C-1TB, im Ranking noch unter ferner liefen) ist in seiner Klasse mit ca. 300 Euro HEK äußerst interessant. Der klobigere DTUGT/1TB DataTraveler Ultimate GT, den Kingston Ende Februar herausgebracht hat, ist mit einem Straßenpreis von rund 690 Euro deutlich teurer. Ein weiteres Highlight unter den Neueinsteigern ist das HPE LTO Ultrium Cartridge mit immensen 12 TB unkomprimierter Kapazität (Q2078A)

Farbenfrohes Apple Zubehör: Apple hält seine Fans mit zahlreichen Zubehörartikeln in peppigen Farben bei Laune: Das Pen Case für den Eingabestift des iPad Pro ist weiterhin sehr beliebt, und seit Anfang des Jahres gibt es neue Farben, die auf ITscope.com stark nachgefragt wurden. Gewinner war hier das knallige Fuchsia Pink (MR582ZM/A), während bei den Armbändern für die Apple Watch Orange triumphierte (MQUT2ZM/A).

TFT-Monitore: Dell bleibt Klassenbester

Es ist erstaunlich, wie Dell den etablierten Monitormarken immer noch den Rang abläuft. Bronze hat der amerikanische Anbieter zwar diesmal nicht erreicht, aber Gold und Silber war ihm wieder sicher, allerdings mit vertauschten Geräten: Der Dell P2417H mit IPS-Panel und Full-HD-Auflösung hat sich diesmal mit 4.236 Klicks an die Spitze gesetzt und seinen WQHD-Vetter Dell UltraSharp U2715H mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten seit Quartalen das erste Mal vom Thron gestürzt. Die 4.182 Klicks sind aber zu verschmerzen, es bleibt ja in der Familie, so auch Platz 4 für den Dell 210-AEVE, der von Platz 3 auf Platz 4 abgerutscht ist.

Auf den Bronzesockel hat sich diesmal aus der tiefen Versenkung von Platz 179 das HP EliteDisplay E243i emporgeschwungen, das es auf 3.206 Klicks brachte. Der LG 24MB56HQ-B hat sich mit 2.812 Klicks auf Platz 5 gehalten. Gleich dahinter ist der WUXGA-Monitor Samsung S24E650BW, der sich um eine Position verbessern konnte. Unter den Top 15 ist Samsung immerhin mit drei Modellen vertreten, LG nur mit einem, HP mit vier und Dell gleich mit sechs TFT-Modellen.

Bei den Panel-Technologien ist IPS (In-Plane Switching) in den verschiedenen Varianten weiter auf dem Vormarsch. Samsungs PLS (Plane-to-Line Switching) ist eigentlich nur eine Weiterentwicklung davon und lockt mit einem geringeren Stromverbrauch sowie damit, dass der IPS-typische Glitzereffekt wegfallen soll.

Tablets: Microsoft baut Führungsposition aus

Bei Tablets hat sich auf den ersten beiden Plätzen wenig getan, sieht man mal davon ab, dass das silberne Microsoft Surface Pro mit 256 GB seine Führung mit 6.984 zu 5.318 Klicks gegenüber dem Apple iPad 32GB in Grau noch einmal ausgebaut hat. Überraschungsaufsteiger der Saison ist das schwarze Microsoft Surface Pro LTE 256GB, das mit 3.963 Klicks auf das dritte Siegerplätzchen vorgestoßen ist – nach Platz 94 Ende 2017.

Samsung hat es diesmal statt mit zwei Geräten als Letzter nur noch mit dem Galaxy Tab A 2016 mit 16 GB unter die Top 10 geschafft. Dabei war das schlanke, schwarze 10-Zoll-Gerät im vierten Quartal 2017 noch auf Bronzesiegertreppchen. Mit 3.182 Klicks hat das Gerät fast 2.000 Zähler in der Händlergunst verloren. Apple ist im Tablet-Ranking zwar lange nicht mehr allein auf weiter Front, aber immerhin konnte die Mac Company sich alle anderen Plätze unter den Top 10 sichern. Auf Platz 4 ist wie im Vorquartal mit 3.737 Klicks wieder das iPad Pro 256GB 3G 4G in Grau mit 10.5-Zoll-Display gelandet. Das Apple iPad 32GB Silber + Cellular (MP242FD/A) konnte sich mit 3.479 Klicks von Platz 10 auf Platz 5 verbessern.

Prozessoren: Aufstieg der 6-Kerner

Bei den Consumer-CPUs setzen sich die 6-Kerner immer mehr durch. An der Spitze sind im ersten Quartal diesmal zwei Intel Core i7-8700K mit einer Taktrate von 3,7 GHz (BX80684I78700K und CM8068403358220) aus der Coffee-Lake-Reihe, wobei sich das zuerst genannte Box-Modell mit 4.323 zu 2.304 Klicks ganz klar abhebt. AMD hat es abermals nicht unter die Top 10 geschafft, sich aber mit dem Einzug der 2017er 6-Kern-CPU AMD Ryzen 5 1600 mit 3.2 GHz auf Platz 14 wieder einen Achtungserfolg verdient. Die sehr preisgünstigen 2018er Neuerscheinungen von AMD auf Basis der ZEN-Architektur incl. Radeon VEGA Grafik sind auf Rang 48 (AMD Ryzen 3 2200G 3.5GHz, ca. 80 Euro HEK) und 52 (AMD Ryzen 5 2400G 3.6GHz, knapp 130 Euro HEK) eingestiegen: Hier ist noch deutlich Luft nach oben, auf Basis der derzeitigen um die 100 Klicks pro Woche sollte mindestens Top20 erreichbar sein.

Schade ist weiterhin, dass AMD mit dem 8-Kerner Ryzen 7 1800x mit 3,6 GHz auf Platz 19 in der Händlergunst nur mäßig aufgerückt ist, denn damit ist der ewige Zweite dem CPU-King Intel technologisch gesehen eigentlich noch etwas voraus. Derweil verhärten sich laut Gamestar bereits Gerüchte, dass Intel einen Coffee-Lake-Prozessor mit acht Kernen nachschießt. Was da dran ist, wird sich Anfang Juni wohlmöglich bald auf der Computex Taipei zeigen. Die zweitgrößte Computermesse der Welt war schon immer für Überraschungen im CPU- und Motherboard-Umfeld gut. Dort werden sicherlich auch die ersten Rechner mit Intels Core i9-8950HK vorgestellt. Das Besondere an dieser 6-Kern-CPU: Sie ist der erste i9-Prozessor, der aus dem Coffee-Lake-Stall kommt. Alle bisherigen CPUs aus Intels Flaggschiff Serie basieren noch auf Skylake-X, so zum Beispiel der Intel Core i9-7900X X-series, der im aktuellen Ranking nur auf Platz 37 landete.

Bei den Server-CPUs ist bemerkenswert, dass gerade die XEON-Klassiker der E5-Serie ein Revival zu feiern scheinen. Der von HPE vertriebene 8-Kerner Intel Xeon E5-2620 v4 mit einer Taktrate von 2,1 GHz konnte sich jedenfalls von Platz 17 auf Platz 12 (alle CPUs zusammengenommen) nochmal verbessern, der nahezu baugleiche von Intel (BX80660E52630V4) mit 2,2 GHz und 25 statt 20 MB Cache sogar von Platz 37 auf Platz 16.

Schaut man sich die Preis-Lager-Charts an, ergibt sich daraus kein eindeutig erklärendes Bild, denn der Preis für das HPE-Angebot ist im Januar nach einem monatelangen Tiefstand deutlich nach oben geschnellt. Auffällig ist, dass die neueren XEON-Prozessoren aus der Broadwell- und Kaby-Lake-Serie, die von Intel mit Bronze bis Platinum in verschiedene Leistungs- und Preisklassen eingeteilt werden, weit unten erst ab Platz 56 auftauchen.

Drucker: HP unangefochten an der Spitze

Bei den Druckern und Multifunktionsgeräten hat sich unter den Top 10 nicht so viel bewegt. Der HP LaserJet Pro M402dne hat den Spitzenplatz mit dem HP LaserJet Pro MFP M477fdn lediglich getauscht. Der HP LaserJet Color Pro MFP M477fdw ist um vier Stellen auf Platz 3 aufgerückt. Der CANON PIXMA iP7250 hat sich um zwei Stellen auf Platz 6 verbessert, der Canon PIXMA MX925 von Platz 6 auf Platz 7 leicht verschlechtert. Dabei waren die Japaner einige Zeit mal weit vorn im ITscope-Drucker-Ranking.

Ansonsten werden die Top 10 und darüber hinaus von HP dominiert. Denn auf Platz 11 liegt jetzt der OfficeJet Pro 8720 von HP. Dieses Gerät fand sich Ende 2017 nur gerademal auf Platz 26. Gut verbessert hat sich gleich dahinter auch der Brother MFC-9332CDW, der vorher auf Position 22 herumdümpelte.

Grafikkarten weiter im Bitcoin-Rausch

Auch wenn sich der Hype um die Kryptowährungen wie dem Bitcoin nach stark fallenden Kursen etwas gelegt hat, hat dieser bei den Grafikkarten im ersten Quartal noch voll zugeschlagen. Denn trotz deutlicher Ausreißer nach unten sind die Durchschnittspreise unter den Top 30 von rund 400 auf 475 Euro im ersten Quartal 2018 noch einmal deutlich angestiegen. Die Zahl der Grafikkarten mit einem Netto-HEK jenseits der 700-Euro-Marke hat sich entsprechend von sechs auf acht erhöht, die jenseits der Marke von 800 Euro von zwei auf drei. Blickt man ein bis zwei Jahre zurück, sind das historisch starke Preisbewegungen. Das Mining oder Schürfen der Crypto Currencies ist eben sehr leistungshungrig – und stromintensiv. Freuen dürfen sich hier die Händler, die bei Abflauem des Hypes und besser erhältlicher Stückzahlen noch eine Zeit lang mehr Marge mitnehmen können, bevor der Preiskampf wieder zuschlägt.

Erstaunlich ist die neue große Markenvielfalt, in der auch ZOTAC, XFX und PNY recht weit oben mitschwimmen. Das zeigt, dass der Markt alles mitnimmt, wenn es nur Leistung und Umsatz verspricht. Erwähnenswert ist jedenfalls der steile Aufstieg der XFX RX-580P8DFD6 Radeon RX 580 8GB GDDR5 auf Platz 6 aus den Niederungen jenseits der 50er im vierten Quartal.

Vom Bitcoin-Fieber profitiert MSI sicherlich mit am meisten: Die MSI GeForce GTX 1070 Ti GAMING 8G 8GB GDDR5 ist von Platz 37 auf Platz 2 vorgeprescht, die MSI GeForce GTX 1060 6GT mit 6 GB GDDR5 hat sich von Rang 38 auf Platz 7 verbessert. Ein riesiges Zickzack zeigt die Preishistorie beim Spitzenreiter, der ASUS TURBO-GTX1080TI-11G GeForce GTX 1080 Ti mit 11 GB GDDR5X. Diese hat im Februar und März vorübergehend sogar die HEK-Marke von 1.100 Euro überschritten– netto wohlgemerkt. Dies liegt daran, dass einige Marktteilnehmer bei Nicht-Verfügbarkeit der Produkte einen gehörigen Aufschlag ansetzen, der sich hier extrem auswirkt.

Mainboards neu aufgemischt

Das Motherboard-Lager ist im ersten Quartal 2018 – auch unter dem Einfluss der Nachwehen des Bitcoin-Goldrausches – kräftig durcheinandergewirbelt worden. So hat es ASRock auf Platz 1 und 2 geschafft: Das ASRock H110 Pro BTC+ LGA 1151 ATX hat sich um drei Plätze auf das Siegerpodest verbessert und MSI mit dem Z370-A PRO LGA 1151 ATX auf den vorherigen Platz verwiesen. Das ASRock H81 Pro BTC R2.0 LGA 1150 ist sogar um 19 Plätze nach vorn geprescht. Von Position 24 auf Platz 3 stark verbessert hat sich auch das ASUS PRIME Z370-P LGA 1151.

Passend zu dem neuen Spitzenreiter ASRock H110 BTC+ findet sich in bitcoin-live.de auch ein Artikel über die Hauptplatine und das Bitcoin- oder besser gesagt GPU-Mining von Kryptowährungen mit der Anleitung für den Bau eines GPU-Mining-Rigs mit 13 Radeon-Grafikkarten der Reihen RX 560 und RX 470.

Das Interesse an ASRock war entsprechend groß, aber nach Abflauen des Bitcoin-Hypes ist auch die Klickrate deutlich nach unten gegangen, so dass man den Erfolg des Herstellers wohl als Strohfeuer sehen dürfte. Als von Bitcoin & Co. angefachtes Strohfeuer dürfte sich auch der steile Aufstieg des ASUS B250 MINING EXPERT LGA 1151 erweisen, das sich innerhalb eines Quartals von Platz 210 auf Platz 6 hochkatapultiert ist. Sollte der Bitcoin-Hype nicht erneut aufflammen, könnten auch andere Senkrechtstarter wie das von Platz 133 auf Platz 6 hochgeschnellte Gigabyte-Board Z370P D3 LGA 1151 schnell zu Ladenhütern werden.

Komplettsysteme: Fujitsu is back

Fujitsu meldet sich wieder zurück und scheint mit dem ESPRIMO P557/E85+ mit Intel Core i5, 256GB SSD, 8 GB RAM und DVD SuperMulti den Nerv am Markt zu treffen. Seit Oktober 2017 im hart umkämpften Markt, hat der Rechner aus der tiefen Versenkung von Platz 217 auf Platz 4 einen mehr als deutlichen Satz nach vorn gemacht. Wenn sich der Trend fortsetzt, dürfte nicht erstaunen, den Fujitsu-PC mit Namen bald auf Platz 1 zu sehen.

Die Reihenfolge der ersten drei ist derweil gleichgeblieben: An den HP ProDesk 400 G4 mit Intels 3,4 GHz schnellen Core i5-7500 der 7. Generation und 256GB SSD ist mit 4.422 Klicks kein anderer Rechner auch nur ansatzweise heran. Lenovos ThinkCentre M710 mit Core i5 und einer Taktrate von 2,4 GHz auf Platz 2 kam nur auf 2.433 Klicks, dicht dahinter der HP ProDesk 400 G3 mit 3,3 GHz schnellem Core i5.

Apple-Rechner finden sich mit dem iMac i5 3.4GHz mit 1 TB Speicherplatz und 27-Zoll-Display zwar erst auf Platz 5, die Geräte der Mac Company sind aber weiterhin sehr beliebt im Handel. Denn unter den Top 15 sind gleich sieben Rechner mit dem angebissenen Apfel darauf. Staunen lässt der steile Aufstieg der runden Apple Workstation Mac Pro E5-1650V2 mit 3,5 GHz, die sich von Platz 29 auf Platz 11 mächtig gemausert hat. Angesichts des Einstieg-VKs von 3.199 Euro wirft das allerdings die Frage auf, ob das ein vorübergehendes Phänomen war. Der 6-Core Intel XEON E5, 4 x 4 GB DDR3, Dual AMD FirePro D500 und 256 GB SSD machen den runden Boliden immer noch zu einem Publikumsliebling, obwohl er schon etwas in die Jahre gekommen ist.

Mobiltelefone: Floppt das Samsung S9?

Die Nachricht des Quartals ist wohl, dass das neue Samsung S9 einen sehr problematischen Start hinlegt. Während andere Smartphones sich in kürzester Zeit mitunter ganz nach vorne katapultieren, sind 505 Klicks für das Samsung Galaxy S9 SM-G960F Dual SIM 4G 64GB Schwarz (SM-G960FZKDDBT) im ersten Monat nach Erscheinen am 28. Februar 2018 unterdurchschnittlich. Daher hat es auch nur für Platz 89 gereicht. „Hardware top, Software flop“, titelte techstage.de nach einem eingehenden Test des S9. Kameras mit 3D-Smiley-Funktion werden eben von den Fachhändlern und den Business-Kunden wenig goutiert. Berücksichtigt man brandaktuelle April-Daten (aktuell 200 Klicks pro Woche), deutet sich allerdings an, dass bei fallenden HEKs bei ca. 600 Euro das Interesse ansteigt, und das S9 durchaus Top10 Potential hat. Daneben warten wir gespannt auf den Einstieg des Huawei P20 Pro mit 3-Linsen-Leica-Kamerasystem. Hier dürften im Q2 die ersten Zahlen ermittelt werden.

Das im September 2017 vorgestellte Apple iPhone X dagegen hat von Anfang an die Händlerherzen gewonnen. Im aktuellen Ranking ist das Apple iPhone X Single SIM 4G 64GB Grau (MQAC2ZD/A) mit 3.698 Klicks auf Platz 2, das baugleiche graue Gerät mit 256 GB Speicher (MQAF2ZD/A) auf Platz 5 und selbiges in Silber (MQAD2ZD/A) auf Platz 10. Den Spitzenplatz nimmt diesmal allerdings das silbergraue Apple iPhone 8 Single SIM 4G 64GB (MQ6G2ZD/A) ein, das es auf 3.790 Klicks brachte. Das mag auch an dem attraktiven HEK von rund 633 Euro liegen. Das iPhone X mit 64 GB ist fast 280 Euro teurer, obwohl Apple hier auch schon mit händlerfreundlicheren Preisen aufwartet als zum Marktstart.

Dass Samsung der Mac Company immer noch ein würdiger Gegner ist, zeigt der Aufstieg von zwei Geräten: Das Galaxy S8 64GB 4G in Schwarz (SM-G950FZKADBT) konnte sich von Platz 8 auf Platz 7 verbessern, das ebenfalls schwarze Samsung Galaxy S7 32GB 4G (SM-G930FZKADBT) sogar um vier Positionen auf Platz 8, zwei weitere Galaxy-Modelle noch deutlicher. Abgesehen von den vier genannten Samsung-Produkten ist bis Position 34 im Ranking nur Apple vertreten. Auf Platz 45 zeigt sich mit dem HP Elite x3 (Y6A46EA) erstmals eine andere Marke.

Notebooks: Innovation zählt wohl weniger

Bei den Laptops gab es im ersten Quartal wenig Neues. Scheinbar konzentriert sich der Markt eher auf Preis-Leistung im Office denn auf große Innovationen. Dazu passt auch, dass mit dem ThinkPad E570 20H5, 15.6″, i7-7500U, 1920 x 1080 (20H500B4GE) ein weiteres Lenovo-E570er-Notebook auf Platz 5 (vorher 18) in die Top 10 gewählt wurde, nur eben mit Core-i7- statt mit i5-Prozessor wie beim Zweitplatzierten ThinkPad L570 20J8 (20J8001BGE), das 3.911 Klicks erntete.

Den Spitzenplatz hält mit 5.250 Klicks wie in den vorangegangenen beiden Quartalen weiterhin das Apple MacBook Air, 13.3″, 1440 x 900 (MQD32D/A) für einen attraktiven HEK von rund 807 Euro. Dass der Preis bei den Macs aber gar nicht so entscheidend ist, zeigt das Apple MacBook Pro, 15.4″, Core i7, 2880 x 1800 (MPTT2D/A) auf Platz 4 als einziges Gerät, das mit einem HEK jenseits der 2.000 Euro kommt, genauer waren es im Schnitt sogar rund 2.416 Euro.

Interessant ist sicherlich noch, dass das seit Oktober 2017 gelistete Microsoft Surface Book 2 (HNM-00004) von Platz 103 auf Platz 22 aufgerückt ist, aufgrund von Ausstattung und Leistung mit dem 1,9 GHz schnellen Core i7-8650U und dem Display vom Typ Pixel Sense mit der Auflösung von 3.000 x 2.000 Bildpunkten aber eigentlich mehr verdient hätte. Hier bremst wohl der Preis. Gleich dahinter ist das Surface Book 2 mit i5-Prozessor und einer Taktrate von 2,6 GHz. Ansonsten ist auf den vorderen Plätzen im bunten Wechsel nur Apple, Lenovo, HP (von 29 auf Platz 12 verbessert) und Fujitsu (Platz 17) vertreten.

Server: HPE, du bist nicht allein

War HP Enterprise bei Servern im vierten Quartal bis auf Lenovo (Platz 8) bis Position 50 noch fast allein auf weiter Flur, stellen sich dem amerikanischen Hersteller jetzt vereinzelt mehr Geräte von Lenovo und auch von Fujitsu entgegen. Lenovo ist diesmal mit drei Servern unter den Top 15 und hat es geschafft, mit dem ThinkServer TS150 richtig durchzustarten – von Platz 88 auf Platz 12. Das liegt sicherlich auch an dem günstigen HEK von knapp 563 Euro. Dass die Kunden dafür mit einer eher minimalistischen Ausstattung leben müssen – mit einem älteren Xeon E4, 8 GB RAM und 2 x 1 TB RAID – scheint dem Erfolg keinen Abbruch zu tun.

An der Spitze hat sich aber nichts getan: Gold, Silber und Bronze gingen wieder an den HP Enterprise DL380 Gen9, 1x Xeon E5-2620V4, den HP Enterprise ML350 Gen9, 1x Xeon E5-2620V4 und den HP Enterprise DL360 Gen9, 1x Xeon E5-2620V4. Spannend zu sehen ist der Senkrechtstart des erst seit Oktober 2017 gelisteten HP Enterprise ProLiant ML350 Gen10, der es in Q1/18 im Nu auf Platz 10 geschafft hat.

Wie die DL380-Modelle der zehnten Generation, die auf Platz 6 und 7 landeten, wartet der neue ML350 Gen10 mit einem leistungsstarken Intel Xeon Silver 4110 auf. Interessant ist bei dem Gerät sicherlich auch der vergleichsweise günstige Preis mit einem HEK von im Schnitt 2.072,53 Euro. Mitunter kosten allein die CPUs schon mehrere tausend Euro. Erstaunlich ist dahingehend der steile Aufstieg des HP Enterprise ProLiant DL380 Gen10 (826567-B21) von Platz 52 auf Platz 11. Denn der Server mit seinen zwei CPUs vom Typ Xeon Gold 6130 ist mit einem HEK von im Schnitt 7.449,09 Euro preislich sehr viel weiter oben angesiedelt.

Speichermodule: Trendwende noch kaum spürbar

Bei den Speicherbausteinen hat sich im Ranking nicht so viel getan. Die Ende 2017 verheißene Trendwende gegen den Preisanstieg bei DRAMs hat sich bei den Speichermodulen kaum niedergeschlagen. So sind bei den Top 10 die Durchschnitts-HEKs nur gerade mal von 1.284,44 auf 1.282,43 Euro zurückgegangen. Die teureren HPE-Module haben wie das HPE 16GB DDR4 2400MHz DIMM auf Platz 1 und das HPE 32GB 32GB DDR4 2400MHz DIMM (805351-B21) auf Platz 5 haben preislich sogar noch angezogen.

Die Lagersituation hat sich wie bei dem erstgenannten Speicherriegel nach zwei Tiefpunkten Mitte Dezember und Ende Januar aber wieder deutlich entspannt. Beim Kingston ValueRAM DDR3L mit 8 GB (KVR16LS11/8) für einen HEK von 54,89 Euro auf Platz 6 setzte der erste Tiefpunkt Mitte Januar, der zweite Ende März ein, bevor sich die Lagersituation wieder gebessert hat. Allerdings ist insgesamt ein Rückgang bei den Klickraten zu verzeichnen, beim besagten Top-Produkt von rund 4.390 auf 3.550, bei den Top 10 von über 24.000 auf rund 20.800. Das ist sicherlich auch auf darauf zurückzuführen, dass es nach dem Weihnachtsgeschäft nicht mehr so richtig „brummt“ im Speichermarkt.

Storage: Synology fällt Zacken aus der Krone, WD überrascht

Bei Speichersystemen ist viel Bewegung erkennbar. War Synology im vierten Quartal 2017 noch mit acht Modellen in den Top 10 vertreten, davon mit den ersten fünf, sind es jetzt nur noch drei NAS-Produkte des Herstellers. Der vormalige Zweite, der Synology DS218+ genannte NAS-Server, ist auf Platz 1 aufgerückt, und das mit 3.366 Klicks, in dieser Kategorie eine echte Hausnummer. Der NAS-Tower QNAP TS-231P hat sich mit 2.274 Klicks von Platz 9 auf Platz 2 verbessert. Die QNAP-Neuerscheinungen von November 2017 sind erstmals auch weiter vorn, aber die Händler setzen wohl eher auf bewährte Kost. Die Disk Station Synology DS115j von August 2014 zum Beispiel ist auf Platz 3 geblieben. Das Top-Produkt des vorherigen Quartals ist auf Platz 52 nahezu völlig in der Versenkung verschwunden. Die verwandte Disk Station Synology DS216SE hat nur eine Position abgeben müssen und sich auf Platz 8 relativ wacker gehalten.

Soweit so schön. Die wirkliche Überraschung ist, wie WDs My Cloud Home die Händlerherzen erobert hat. Denn diese belegt mit 4 TB (WDBDTB0080JSL-EESN), 3 TB (WDBVXC0040HWT-EESN), 8 TB (WDBVXC0080HWT-EESN), 6 TB (WDBVXC0060HWT-EESN) und 2 TB Speicherplatz (WDBVXC0020HWT-EESN) die Plätze 5 bis 7 und 9 bis 10 im Q1-Ranking. Alle sechs Modelle bringen Gigabit Ethernet mit, haben aber nur eine Festplatte, womit es auch nur einen eingeschränkten Schutz vor Datenverlust gibt. Das WD My Book Pro 8TB (WDBDTB0080JSL-EESN) auf Platz 4 dagegen sowie drei Vettern auf dem 12., 16. Und 17. Platz verteilen ihre Speicherkapazitäten jeweils auf zwei Festplatten und bieten somit ausreichenden Schutz durch gespiegeltes Raid 1.

 

Wearables: Apple Watch 3 schlägt ein

Die meisten Fans sind begeistert von der neuen Apple Watch Series 3, die Händler offenbar auch. Denn die Ausführung in Weltraumgrau mit integriertem GPS und 42 mm Bauhöhe (MQL12ZD/A) hat es im ersten Quartal 2018 von Null auf Platz 1 geschafft und somit die Samsung Gear S3 Classic vom Thron gestürzt und auf Platz 5 verwiesen. Dabei fehlt der besagten Apple Watch 3 das, was sie im Wesentlichen von der Apple Watch 2 unterscheidet: LTE via eingebautem eSIM. Fairerweise muss man sagen, dass die LTE-Variante noch ganz neu ist.

Von der Series 2 äußerlich kaum unterscheidbar, wartet die Series 3 mit einem Dual-Core-Prozessor und mit 768 MB statt 512 MB RAM auf, womit sie laut Apple um 70 Prozent schneller sein soll. Hinzu kommt, dass die Apple Watch 3 Pulsdaten nun ständig auch ohne Verbindung zum iPhone aufzeichnet und einen neuen barometrischen Höhenmesser verpasst bekommen hat. Dabei scheint die neue Series 3 sogar noch mit einem etwas besseren Preis-Leistungsverhältnis zu locken, denn der HEK liegt mit rund 340 Euro zum Teil deutlich unter dem für die Series 2. Eine Nike Edition der Apple Watch 3 mit GPS-Modul (MQMF2ZD/A) hat es übrigens auf Platz 10 geschafft, auch wenn sie mit einem HEK von 401 Euro um Einiges teurer ist.

Die Apple Watch Series 1 ist mit einem HEK von 214 bis 238 Euro dagegen preislich wesentlich attraktiver. Daher wundert nicht, dass die Plätze 2 bis 4 von ihr in unterschiedlichen Varianten besetzt ist, angefangen von der Apple Watch Series 1 OLED 30g in Silber (MNNL2ZD/A) auf Platz 2. Insgesamt ist Apple diesmal mit acht statt sieben Smartwatches unter den Top 10, Samsung nur noch mit einer. Ein Überraschungsein- und -aufsteiger ist Nokia. Das finnische Unternehmen ist mit der seit November gelisteten Nokia Steel HR (HWA03/40/BLACK) und der dünneren Nokia Steel HR (HWA03/36/WHITE) von jenseits der 600 auf Platz 17 und 18 nach vorne gestürmt. Es könnte sich daher lohnen den einstigen Handy-König im Auge zu behalten.